Elektromobilität: Öffentliche Förderprogramme in Deutschland

In Deutschland geht der Ausbau der Elektromobilität in Teilen nur sehr langsam voran. Dabei bemüht sich die Politik durchaus passende Anreize zu schaffen und die Elektromobilität zu fördern. Dennoch ist die Zahl der Förderprogramme sehr übersichtlich und deren Existenz vielen Menschen nur am Rande bewusst. In den letzten Jahren sind gerade einmal zwei öffentliche Förderprogramme ausgerufen worden.

Die Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Diese Förderung ist bestens bekannt und war bis zum 30.10.2017 gültig. Dies war bereits die zweite Förderung dieser Art. Es ist davon auszugehen, dass auch in der nächsten Zeit eine weitere Förderungsrunde eröffnet wird, da die Ladeinfrastruktur in Deutschland noch immer nicht flächendeckend gegeben ist. Wann es jedoch zu einer weiteren Förderungsrunde kommen wird, ist weder bekannt noch kann es vermutet werden. Da diese Förderung vor allem für Firmen interessant war und Privatnutzer überhaupt nicht angesprochen hat, wurde diese Förderung durch den Bund auch von den Medien nur selten thematisiert. Anders hingegen der sogenannte Umweltbonus.

Die Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Umweltbonus)

Diese auch als Umweltbonus bezeichnete Richtlinie, soll den Vertrieb elektrisch betriebener Fahrzeuge ankurbeln. Hierzu wird der Kauf von neuen und erstmals zugelassenen Elektrofahrzeugen sowohl vom Bund als auch von den Fahrzeugherstellern bezuschusst. Die Förderung des Bundes greift zudem auch nur dann, wenn der Fahrzeughersteller ebenfalls die Förderung dokumentiert und nachweist.

Gefördert werden

  • reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Brennstoffzellenfahrzeuge
  • von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge, sogenannte Plug-In Hybride

Das zu fördernde Fahrzeug muss sich auf einer vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (BAFA) veröffentlichten Liste befinden. Die Liste der Fahrzeuge ist unter diesem Link abrufbar. Zudem muss der Netto-Listenpreis für das Basismodell des Fahrzeugs unterhalb der Grenze von 60.000 Euro liegen.

Gute Nachrichten gibt es dabei für Fans von Tesla. Deren Modell S ist seit dem 6. März 2018 wieder auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge. Ende vergangenen Jahres war es kurzfristig von der Liste gestrichen worden, weil der Netto-Kaufpreis von 60.000 € überschritten wurde.

So viel Geld bietet die Förderung

Insgesamt wird zwischen reinen Batterie/Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen auf der einen und Plug-in-Hybriden auf der anderen Seite unterschieden. Plug-In-Hybride werden insgesamt mit 3.000 Euro gefördert, wobei 1.500 Euro vom Bund und 1.500 Euro vom Fahrzeughersteller bezuschusst werden. Die anderen beiden Fahrzeugtypen werden mit satten 4.000 Euro bezuschusst, wobei auch hier die Aufteilung zwischen Bund und Hersteller gleich verteilt ist. Zudem gilt die Förderung nur für Fahrzeuge, welche ab dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. In Anspruch nehmen können diese Förderung sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Vereine, Körperschaften und Stiftungen.

So lange wird die Förderung noch laufen

Grundsätzlich gibt es für diese Förderung des Bundes keine zeitliche Limitierung. Insgesamt stehen für dieses Förderprogramm jedoch klar kommunizierte 600 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung. Sollten diese Mittel erschöpft sein, so endet die Förderung automatisch. Im Durchschnitt sollten diese Mittel allerdings ausreichen, um insgesamt 400.000 Fahrzeuge zu fördern. Experten gehen davon aus, dass trotz des schleppenden Starts im Verlauf des Jahres 2019 die Mittel sich erschöpfen werden. Ab diesem Zeitpunkt wird somit keine Förderung mehr möglich sein.

Insgesamt hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu sehen. Allerdings liegt die aktuelle Zahl noch immer deutlich unterhalb der Grenze von 100.000 Fahrzeugen. Dank der gezielten Förderung dieser Fahrzeuge könnte sich dies jedoch in den nächsten Jahren deutlich ändern. Die Akzeptanz für die Elektromobilität steigt in jedem Fall bereits deutlich an.