Elektromobilität: Überblick über Ladetarife und Bezahlsysteme

Das Netz der Stromtankstellen wird immer dichter. Daneben vernetzen sich die Anbieter über gemeinsame Kooperationspartner. Das macht weite Fahrten mit dem Elektroauto angenehm. Mit der richtigen App finden Fahrer leicht die nächstgelegene Stromtankstelle. Welche Bezahlsysteme und Ladetarife Ihnen beim Tanken begegnen, stellen wir hier vor.

Welche Bezahlsysteme für Ladestrom gibt es?

Selten ist an den Stromtankstellen ein Kassenhäuschen in Sicht. Daher haben sich vor allem bargeldlose Bezahlmethoden etabliert. Sie sind für die beim Tanken anfallenden, geringen Zahlbeträge gut geeignet.

Bezahlen per Prepaid-Ladekarte:
Vor Ort ist das Zahlen mit einer Prepaid-Ladekarte am einfachsten. Sie wird vor Fahrtantritt mit einem geringen Betrag von 25 oder 50 Euro aufgeladen. Die Stromtankstelle bucht direkt davon ab, ohne eine Verbindung mit dem Internet oder einem Nutzerkonto erforderlich ist. Damit genügend Guthaben aufgeladen ist, sollte der Fahrer jedoch vor dem Losfahren den aktuellen Stand kontrollieren.

Bezahlen per App:
Viele Anbieter bieten eine Smartphone App. Diese erlaubt die Zahlung über einen mit dem Anbieter geschlossenen Vertrag. Nebenbei findet die App unterwegs die jeweils nächstgelegene Stromtankstelle, die eine Zahlung über diese App erlaubt.

Direktbezahlung:
Mit Direktbezahlung ist die direkte Überweisung per Sofortüberweisung, Paypal, Paydirekt oder anderen Zahlungssystemen gemeint. Viele der überregional vernetzten Ladestationen bieten diese bequeme Zahlmethode an.

Wie wird der Ladestrom abgerechnet?

Auch wenn der Tankvorgang je nach Anbieter unterschiedlich abgerechnet wird, gehen alle Preismodelle auf mindestens eine dieser drei Komponenten zurück:

Startgebühr:
Die Startgebühr ist ein einmaliges Entgelt, um den Tankvorgang zu starten. Sie fällt auch dann in voller Höhe an, wenn der Ladevorgang schon nach wenigen Minuten abgebrochen wird. Einige Anbieter verzichten auf die Startgebühr.

Abrechnung nach Verbrauch (in Kilowattstunden)
Hier liegt allein die übertragene Strommenge der Abrechnung zugrunde. Die Dauer des Aufladens spielt bei dieser Abrechnung keine Rolle.

Abrechnung nach Zeit (in Minuten):
In diesem Modell erfolgt die Abrechnung allein nach der Zeit, die der Tankvorgang andauert. Auch wenn die Leistung der Ladestation nicht voll ausgenutzt wird, fällt der volle Minutenpreis an.

Anbieter für Ladestrom-Bezahlsysteme

Wer sein Auto an einer öffentlichen Stromtankstelle laden möchte, hat die Auswahl aus folgenden Anbietern:

Allego:
Allego betreibt die Stromladestellen des Landes Berlin und baut seit 2015 an einem Netzwerk aus Schnelladestellen entlang der deutschen Autobahnen. Der Anbieter ist ein Tochterunternehmen des niederländischen Stromnetzbetreibers Alliander, der sich auf intelligente Netzlösungen spezialisiert hat. Das Bezahlen geht per Ladekarte, per App oder durch die Direktbezahlung über intercharge.

BMW ChargeNow:
Exklusiv für die BMWi und BMW iPerformance-Elektroautos steht die ChargeNow Ladekarte zur Verfügung. Nutzer des Flex-Tarifs zahlen keine Grundgebühr, Nutzer des Active-Tarifs profitieren von geringeren Minutenpreisen für das Laden. Mit dem Kürzel “DC” ausgewiesene Stromtankstellen erlauben das rasante Aufladen per Gleichstrom.

Bosch Software Innovations:
Die Innovations Software Technology GmbH ist eine Tochter der Robert Bosch AG. Sie bietet mit einer für iOS und Android verfügbaren Charging App den Zugang zu 20.000 Ladestationen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Belgien. Eine Grundgebühr fällt nicht an. Die Abrechnung erfolgt rein nach der Nutzung. Eine 24/7 Hotline hilft rund um die Uhr, falls einmal Probleme beim Ladevorgang auftreten.

EnBW Energie Baden-Württemberg:
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist einer der größten Energieversorger in Europa. Die Ladekarte erlaubt die Nutzung aller eigenen Ladestationen. Die Abrechnung bei EnBW erfolgt nach Minutenpreisen. Mit der eigenen App für Android und iOS sind auch die Stromtankstellen aller Kooperationspartner anfahrbar.

Intercharge:
Intercharge ist ein Verbund zahlreicher Fahrstromanbieter. Mit dem Abschluss eines Ladevertrages mit einem Intercharge-Partner dürfen alle 60.000 Ladesäulen der am Verbund angeschlossenen Partner zum Stromtanken genutzt werden. Die Autorisierung an der Ladestation erfolgt automatisch per Plug&Charge, per RFID oder über die Smartphone-App.

Ladenetz.de:
Ladenetz ist der Zusammenschluss von rund 150 deutschen Stadtwerken. Damit stehen etwa 2.000 eigene Stromtankstellen in Deutschland zur Verfügung. Dazu kommen rund 10.000 weitere Ladestationen von Roamingpartnern im In- und Ausland. Die Zahlung erfolgt über Ladekarte, App oder per Direktbezahlfunktion ladepay.

Plugsurfing:
Das Berliner Startup Plugsurfing bietet per kostenloser Smartphone-App den Zugang zu 60.000 Ladestationen in Europa. Die Abrechnung erfolgt je nach Kooperationspartner per Minute oder Kilowattstunde und kommt mit einer einmaligen Aktivierungsgebühr aus. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an.

Fazit

Die weite Vielfalt an Bezahlmethoden erlaubt es, für jede persönliche Vorliebe den richtigen Anbieter zu finden. Die enge Kooperation vieler Anbieter ermöglicht es, Ladestationen in ganz Deutschland anzufahren. Mit zahlreichen Anbietern sind sogar Reisen ins Ausland mit der eigenen Ladekarte problemlos möglich. Viel Spaß beim Ausfahren Ihres Elektroautos.